Gutes Neues Jahr und die Sache mit den Vorsätzen!

Etwas verspätet, aber auch von mir an dieser Stelle ein gutes Neues Jahr mit viel Gesundheit und vielen schönen Erlebnissen!

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Ein bisschen ungewohnt war dieses Silvester ja schon. Nicht das ich die große Partyqueen wäre, aber es war schon ziemlich ruhig um Mitternacht. Vereinzelt hatten ein paar Nachbarn wohl noch Raketen und kleine Böller vom letzten Jahr übrig, aber nichts im Vergleich zu den Jahren davor. Es war aber schon seltsam, dass man um Mitternacht nicht rausgegangen ist und mit den Nachbarn angestoßen hat. Sonst hat sich vom Feiern her bei mir nichts viel geändert gehabt. Kleine Runde mit einem befreundeten Pärchen, Raclette machen, Outdoor-Filme schauen und Exit Game spielen.

Schön war allerdings die klare Sicht am 01. Januar in der Früh. Leichtes Morgenrot, wenig Wolken und eine sehr schöne Stimmung, wenn man aus dem Fenster geschaut hat.

Und wie handhabt ihr das mit den Neujahrsvorsätzen? Habt ihr welche?

Ist ja immer so eine Sache mit den Vorsätzen: mehr Sport, gesündere Ernährung, weniger Alkohol…

Sind die Vorsätze gesetzt, geht man ganz euphorisch an die Umsetzung. Eine Woche, zwei Wochen und schon gibts wieder ein paar Ausnahmen und nach zwei Monaten ist meist nicht mehr so viel davon übrig. Deshalb hab ich dieses Jahr beschlossen, mir keine Vorsätze zu machen, sondern konkrete End-Jahres-Ziele. Und diese Ziele hab ich dann in kleine Teilziele zerlegt und wiederum in kleine Ziele. Damit ist es dann doch greifbarer.

Konkret sieht das dann bei mir so aus: ein Ziel lautet bei mir tatsächlich: meine Ernährung gesünder gestalten. Konkret mit mehr Gemüse, weniger Zucker und weniger Fertig-Pizza (ja mein Laster!) Alles auf einmal wäre nicht machbar. Also:

1. Ziel: weniger Fertigpizza. Ich hab ja eine bestimmte Pizza, die ich über alles Liebe. Und bis jetzt gibt es die einmal die Woche nachm bouldern. Ist so ein kleines Ritual geworden. Ich liebe da einfach den Geschmack, den knusprigen Boden und die Tatsache, dass es einfach schnell geht, wenn ich abends später vom bouldern heimkomme. Tatsächlich esse ich sie gerade im Moment viel viel weniger, weil ja keine Hallen offen haben und das möchte ich beibehalten. also gibt es diese Pizza jetzt nur einmal alle zwei Monate. Ja ja manche sagen jetzt, was immer noch alle zwei Monate Fertigpizza? Aber ja, ich liebe sie einfach zu sehr um sie ganz weglassen zu können und zu wollen. Und ich finde, dass das schon eine gute Reduzierung von einmal wöchentlich ist.

2. Ziel: mehr Gemüse; nicht das ich jetzt nur Fleisch gegessen hätte, aber schon ziemlich oft. Ich hab hier ja schon letztes Jahr auf Bio-Produkte umgestellt, aber immer noch zu viel Fleisch, als das es nachhaltig wäre. Und mittlerweile gibt es echt so viele leckere vegetarische Gerichte, dass ich mich tatsächlich schon richtig drauf freue. Und da ich eigentlich immer eine Woche im Voraus plane was ich esse, muss ich auch nur einmal die Woche über die anderen leckeren Rezepte drüberschauen 😉 Nach 6 Wochen heißt es ja, dass die Umstellung im Gehirn auch angekommen ist, dann kommt

3. Ziel: weniger Zucker; hier wirds dann schon schwierig bei mir. Gerade in der Arbeit neige ich dazu unkontrolliert Schokolade zu essen, oder Kekse oder Gummibärchen. Was gerade greifbar ist. Bis ich schaue ist so eine Tafel Schokolade weg und meine Lust auf Süßes leider immer noch da. Daheim gibt es dann noch eine Flasche Spezi und vorm Fernseher noch ein bisschen Schoki. Also muss ich dieses Teilziel noch ein bisschen weiter unterteilen und starte mit dem was mir am leichtesten fällt.
3.1. nix süßes zu Hause auf der Couch beim fernsehen. Klingt komisch, aber ich glaube, daheim auf der Couch ist es tatsächlich am einfachsten. Ich stell einfach nichts auf den Tisch und aufstehen fällt ja dann meist schwer, wenn man mal in die Decke eingewickelt ist. Auch hier gilt wieder, 4 – 6 Wochen bis zur Festigung.
3.2. jetzt wirds schon schwieriger. Weniger (nicht kein) Süßes in der Arbeit. Konkret, nur am Nachmittag etwas süßes und hier dann auch nur eine kleine Menge. Geplant habe ich, dass ich nur noch einen Schokoriegel mit ins Büro nehme. Wenn der weg ist, ist er weg – punkt. Manchmal brauche ich das einfach, oder ich glaube es zu brauchen, um mich konzentrieren zu können. Deshalb werde ich mich auf die Suche nach gesünderem Ersatz machen.

So. Das ist mein konkreter Plan um mich gesünder zu ernähren. Die Ziele sind einfach greifbarer und schon ein guter Schritt in die richtige Richtung. Nicht zu viel um es auf einmal zu schaffen und nicht zu wenig. Und genau so bin ich auch mit meinem anderen Vorsatz / Ziel vorgegangen.

Nachhaltiger sein.
Ja ja, das sagt gerade jeder, aber genau weil es jeder sagt, ist es in mein Bewusstsein gekommen. Ich habe viele Bücher gelesen über die Auswirkung auf die Umwelt, Natur und unsere Gesundheit, dass ich tatsächlich etwas ändern möchte. Und weil das aber doch ein so großes Thema ist folgt ein extra Blogeintrag 😉

Jetzt wünsch ich euch noch einmal einen guten Start ins neue Jahr und das Ihr eure gesetzten Ziele verwirklichen könnte. Ich drücke uns auf jeden Fall die Daumen!

Warum ich in die Berge gehe

Eine Freundin hat mich letztens gefragt, warum ich in die Berge gehe. So wirklich konnte ich es ihr nicht beantworten. Ich bin gern in den Bergen unterwegs und fahre dafür auch extra jedes Wochenende von München aus in ein Wandergebiet (über die Nachhaltigkeit diesbezüglich werde ich mir noch in einem gesonderten Post Gedanken machen)

Aber die Frage an sich, ist eine sehr gute Frage. Warum bin ich in den Bergen und nicht einfach nur bei mir im Landkreis unterwegs? Zählt der Leistungsaspekt? Die Natur? Die Bewegung? Der Trend? Oder ist es gar eine Kombi? Bei einer meiner Wanderungen habe ich mich dann ausgiebig mit der Frage beschäftigt. Was fühle ich, wenn ich in den Bergen unterwegs bin, was denke ich, denke ich überhaupt?

Der Trendaspekt:
Hier kann ich ein definitives nein sagen. Ja der Bergsport hat in den letzten Jahren enorm Zulauf bekommen. Egal ob wandern, Klettersteig gehen, klettern, bouldern, Mountainbiken, … Und gerade in diesem Sommer haben noch ein gutes Stück mehr Leute die Bewegung in den Bergen für sich entdeckt. Das merkt man allein schon an den Wanderparkplätzen. Als ich „damals“ (ja so alt bin ich noch nicht, aber trotzdem wander ich schon eine ganz schöne Zeit in den bayerischen Alpen rum) auf den Spitzingsattelparkplatz um 8.30 Uhr angekommen bin, war der noch fast leer. Diesen Sommer war 8.30 Uhr definitiv schon zu spät. Der Parkplatz ist dann meist schon gut gefüllt und jede Menge Wanderer sind unterwegs. By the way, der Parkplatz hat mal 2,50 € gekostet. Also war ich schon vor dem Trend unterwegs 😉

Der Leistungsaspekt:
Hm ja, da muss ich ein jein sagen. Zu Beginn meiner Wanderungen war es durchaus so, dass ich die Touren nach höher, schneller, weiter ausgesucht habe. Ah 1.500 hm, enger Grat immer her damit. Ich musste mich da dann schon immer weiter steigern und war im Frühjahr frustriert, weil ich im Winter doch wieder ganz schön abgebaut hatte. Da bin ich ruhiger geworden. Jetzt ist es nicht mehr schlimm, wenn eine Wanderung „nur“ noch 900 hm hat, ich vielleicht wie beim letzten Mal den Gipfel nicht erreiche. Der Weg zählt. Die Natur und meine Begleitungen. Auch wenn ich immer wieder gern allein unterwegs bin ist das Teilen des Wandererlebnisses immer auch sehr schön.

Die Bewegung:
Jein. Die könnte ich tatsächlich zum Teil auch bei mir zu Hause bekommen. Spazieren gehen, ein paar Hügelchen erklimmen. Natürlich die Höhenmeter in den Bergen bekommt man nicht hin, aber es geht ja um Bewegung und die kriege ich auch zu Hause hin. Im ersten Corona-Lockdown hatte ich mich ja strickt an die Bitte gehalten nicht in die Berge zu fahren. Und ich muss sagen, die Wälder um mein Dörfchen rum sind auch sehr schick. Und wann macht man schon mal eine dreistündige Wanderung im eigenen Landkreis?

Die Natur:
Ein klares: Ja! Ich liebe die Berglandschaften. Den Blick über ein Tal mit umgebenden Berggipfeln gleiten lassen, die Augen in der Weite entspannen. Die Luft einatmen und den Anblick einsaugen. Genau das ist es, warum ich in die Berge gehe. Das belohnt mich, wenn ich mich beim Aufstieg gequält hab und mich unterwegs mal wieder verflucht habe, warum ich so früh raus und in die Berge musste. Dabei muss es nicht der super Aussichtsgipfel sein. Allein ein kleines Tal mit grünen Wiesen und Wäldern und ein paar Bergen dahinter reicht da vollkommen aus. In das hab ich mich unsterblich verliebt und genau da ist mein Kraftort zum Auftanken.

Wanderung Rotwand

Vor dem großen Wintereinbruch hab ich noch eine wunderschöne kleine Wanderung gemacht. Es ging auf die Rotwand. Eines der beliebtesten Ziele am Spitzingsee. Und nicht ohne Grund. Die Aussicht ist traumhaft und die Wanderung auf direktem Wege auch mit Kindern sehr gut zu machen.

Auf Grund der Beliebtheit sollte man allerdings nicht zu spät starten. Die Parkplätze rund um den Spitzingsee sind meist gegen 9 Uhr morgens schon ziemlich voll und die ersten fahren meist erst gegen 14 / 15 Uhr erst wieder weg. Auf die Rotwand führen zahlreiche Wege. Vom Spitzingsattel aus über den Taubenstein, vom Parkplatz der Taubensteinbahn direkt am Spitzingsee über den Taubenstein oder, so wie wir es gemacht haben über über die Wildfeldalm. Der Weg über den Taubenstein bedarf etwas mehr Trittsicherheit, vor allem im Gipfelbereich des Taubenstein. Dort ist es ziemlich felsig.

Wir sind dieses Mal später gestartet als es für mich üblich ist, aber haben trotzdem noch gut einen Parkplatz bekommen. Was wohl daran lag, das es morgens noch nicht so ausgeschaut hat, als würde sich die Sonne überhaupt zeigen an dem Tag. Der Parkplatz an der Taubensteinbahn kostet 5 €. Unterhalb gibt es auch noch einen Parkplatz für Wohnmobile, auf dem man gegen eine Tagesgebühr auch über Nacht stehen bleiben darf. Ich sag’s euch, es war echt kalt am See. Da kamen sogar zum ersten Mal in dem Winter meine Handschuhe zum Einsatz.

Die Tour ist deshalb auch so schön, weil sie sehr gemächlich beginnt. Zunächst flach am See entlang und dann links, vor der Brücke, dem Wegweiser zum Rotwandhaus, einer Straße mit leichter Steigung, folgend. Man kann sich also schön warm laufen, bevor es etwas steiler wird und das kommt erst nach gut 2 km. Da zweigt rechts ein Waldweg ab und hier hatten wir tatsächlich unsere erste geschlossene Schneedecke. So schön! Ab jetzt folgen wir immer dem Weg und den Schildern, auch die Steigung bleibt jetzt immer schön gleichmäßig. Einmal eingegangen, geht es also schön dahin. Perfekt um nebenbei immer die schöne Aussicht auf die umliegenden Gipfel zu genießen. Nach etwas mehr als 4 km verlässt man dann den Wald und es geht auf dem gleichen Weg und gleicher Steigung weiter immer Richtung Rotwandhaus. Die Tour eignet sich also auch im Sommer, da man den Großteil im Schatten unterwegs ist.

Zum Teil war der Weg aber schon ganz schön vereist und wir haben unsere Stöcke ausgepackt. Vielleicht sollte ich mal schauen wie man auf Eis oder glatten Oberflächen läuft. Warum können manche da ohne Probleme drüber gehen und ich rutsche bei jedem zweiten Tritt weg? Oder die, die dann auch noch bergab laufen. Gibt es da eine Technik? Wenn die jemand kennt, immer her damit 🙂

Nach dem Rotwandhaus wird es ein bisschen steiler. Mit einem Blick auf den Gipfel haben wir aber beschlossen uns ca. 50 hm unterhalb des Gipfels auf ein paar Steinbrocken zu setzen und im Windschatten die Sonne und unsere Brotzeit zu genießen. Wer keine Menschen am Berg mag ist auf dieser Tour leider falsch. Sie ist gut zu erreichen, bietet wunderschöne Ausblicke und das bei durchwegs gut zu gehenden Wegen. Das zieht natürlich magisch an und wenn das Rotwandhaus geöffnet hat gibt es hier wirklich sehr leckeres Essen, bei Top Aussicht.

Eigentlich wollten wir den Rückweg, wie in der Tourenbeschreibung, über den Taubenstein antreten, aber nachdem meine Mitwanderin nicht ganz fit war, haben wir einfach den gleichen Weg wieder zurückgenommen und dabei die Karawanen bewundert, die sich den Weg nach oben gesucht haben. Etwas überfordert waren wir dann vom Treiben am See unten. Ein paar Stände haben Glühwein verkauft und das hat dementsprechend auch die Leute angezogen. Es waren zwar immer nur kleinere Grüppchen, aber mit Blick auf Corona schon ein bisschen fragwürdig. Aber wem würde es man bei dem strahlenden Sonnenschein auch verdenken, einen Plausch am See abhalten, die Sonne genießen und sich von innen wärmen.

Wanderung Ettaler Manndl

Das Ettaler Manndl! Wie lang steht das eigentlich schon auf meiner Liste? Aber bisher hab ich mich nicht getraut da rauf zu gehen. Klingt komisch ge? Ich bin so oft in den Bergen unterwegs und leide immer noch an Selbstunterschätzung. Da ist ja immerhin ein Klettersteig mit dabei und soll ich den mit oder ohne Ausrüstung gehen? Ich trau mir in Sachen Bergen einfach ein bisschen zu wenig zu. Einerseits ist das ja auch gar nicht schlecht, da ich ja oft allein unterwegs bin und ich dadurch auch gleich ein bisschen weniger Risiko eingehe, aber ein bisschen mehr dürfte wohl schon sein.

Aber da war ja dieses Jahr mein Plan endlich mal die ganzen „Klassiker“ zu machen und ich glaube, das Ettaler Manndl ist so ziemlich in jedem Wanderbuch über die Bayerischen Alpen drin. Jetzt gibt es ja auch hier wieder ein paar mehr Aufstiegswege. Einen direkten und einen mit ein paar weiteren Gipfelchen dabei. Für den hab ich mich entschieden. Von Oberammgerau aus über das Latschenköpferl zum Schartenkopf und Laber weiter zum Ettaler Manndl.

Startpunkt für diese Tour ist der Parkplatz an der Laberbahn. Ich war dieses Mal ein bisschen eher dran und habe somit noch locker einen schönen Parkplatz bekommen. Obwohl es schon recht frisch war ist eine Gruppe junger männlicher Wanderer in kurzen Hosen gestartet. Puh, ja es wird schon warm beim Aufstieg, aber so warm? Immerhin hatten wir an diesem Tag nur 3 Grad in der Früh.
Vom Parkplatz geht’s vorbei am Lifthäuschen über die Straßenseite und ab da folgt man eigentlich immer der Beschilderung zum Laber über das Schartenköpfle. Der Anstieg ist eigentlich immer gleichbleibend und nicht zu steil. Der Weg führt größtenteils durch den Wald am Anfang. Die Gruppe Jungs hatte ich immer schön in Hörweite vor mir. Aber ich hab mir vorgenommen den Aufstieg und die Zeit in den Bergen zu genießen. Kein Rennen mehr, lieber mal stehen bleiben und die Natur bewundern. Ich hab ja Zeit. Wenn ich in die Berge fahre, nehme ich mir meistens für den Tag nichts mehr vor. Also warum der ganze Stress immer?

Das Schartenköpfle ist ein sehr felsiger Teil der, wenn man oben angekommen ist, rechts vom Weg liegt. (nicht aus Versehen dran vorbeilaufen Bei schönem Wetter hat man hier eine tolle Aussicht auf die Zugspitze. Links geht es weiter Richtung Laber. Der Weg ist ein leichter auf und ab am Bergrücken entlang, aber sehr schön zu gehen. Da der Lift geschlossen ist war es an der Bergstation sehr ruhig. Leider hatte ja auch die Bergstation geschlossen, also keine Einkehrmöglichkeit. Dafür einen sehr schönen Blick über das Tal. Weiter geht es dann ein paar Höhenmeter bergab, bis dann der Weg Richtung Ettaler Manndl abzweigt. Immer einfach schön dem Weg und ab jetzt auch sicher den Menschen nach. Tatsächlich war ich dann so spät am Ettaler Manndl, das es ziemlich voll war. Nachdem ich in den Klettersteig eingestiegen bin hab ich einen Blick nach oben geworfen und ich muss sagen, diese Schlange hat mich dann doch dazu veranlasst wieder abzusteigen. Der Klettersteig ist sowohl der Auf- als auch der Abstieg, also mit Gegenverkehr rechnen. Eher mit viel Gegenverkehr rechnen.

Zurück bin ich dann über Soila Alm nach Oberammergau abgestiegen. Da es ein Wander- und zum Teil Fahrweg ist ging es recht zügig runter.

Fazit: eine super schöne Tour die definitiv noch einmal wiederholt wird. Der Klettersteig zum Ettaler Manndl ist schon ziemlich abgetreten und speckig, also aufpassen. Die meisten sind ohne Klettersteigsets unterwegs. Aber auch ohne Ettaler Manndl ist das eine sehr schöne Rundtour mit schönen Aussichtspunkten am Laber und Schartenköpfle.

Wanderung Kampenwand

Ich hab mir jetzt für die schönen Herbsttage vorgenommen, dass ich die ganzen Klassiker im bayerischen Alpenraum mache. Allen voran: die Kampenwand. Ich war tatsächlich noch nie auf der Kampenwand. Kaum zu glauben.

Also hab ich wie immer erst einmal geschaut welche Wege es denn so auf die Kampenwand gibt. Wie die beschaffen sind und welcher vielleicht weniger besucht sein könnte. Da führt einmal ein Weg von Sachrang aus auf den Gipfel und einer von Hintergschwendt. Gut dacht ich mir, Hintergschwendt liegt etwas abseits, dann gehst von da aus hoch, vielleicht ist da weniger los. Und von Sachrang aus fährt ja auch die Bahn nach oben, ergo voller Parkplatz.

Um 8.30 Uhr bin ich am Parkplatz angekommen. Ja, sagen wir mal ich hab noch ein Plätzchen gefunden. Nicht mehr am Parkplatz, aber noch legalerweise. Es war schon sehr gut gefüllt und auch schon gut viele Leute auf dem Weg nach oben unterwegs.
Wandern hat also definitiv einen richtigen Boom in diesem Jahr erlebt. Erstaunlicherweise sind auch sehr viele, sehr junge Leute in den Bergen unterwegs um gemeinsame Touren zu machen. Oder ich bin einfach schon älter geworden und sehe sie als jung an – Ansichtssache 😉

Ich muss sagen, ich hab mich trotz der vielen Leute ein bisschen in die Tour auf die Kampenwand verliebt. Es ist eine perfekte Mischung aus Waldwegen und kleinen felsigen Kletterpassagen auf den Gipfel, gepaart mit einem wunderschönen Ausblick auf die Chiemgauer Alpen.

Vom Parkplatz aus folgt man eigentlich immer der Beschilderung, ein Verlaufen ist somit fast nicht möglich. Nach einem kurzen Stück breitem Fahrweg zu beginn zweigt links ein kleiner Weg in den Wald ab (Achtung: kann ziemlich matschig und rutschig sein – dann kann man auch dem Fahrweg weiter folgen, dieser trifft nach einer Kehre wieder auf den Weg). Der Anstieg ist durchgehend angenehm und führt auf einem verwurzeltem Waldweg nach oben. Nach gut zwei km kommt man an eine Gabelung. Hier habe ich mich für den Weg links entschieden als Aufstiegsweg (wie in der Tourenbeschreibung) Man kann hier aber auch gut andersherum gehen. Ab hier wird der Weg schmaler und ein bisschen steiniger und führt stetig nach oben aus dem Wald raus. Hier hatte ich dann auch mal ein gutes Stück ohne Menschen dabei. Kein „auflaufen“, kein ausbremsen oder „gehetzt“ werden, einfach den Weg und die Natur genießen.

Nach ein paar Kehren erreicht man das Ende des Waldes und kommt auf einen Grashügel von dem aus man schon einen schönen Blick in das dahinterliegende Tal werfen kann. Die meisten nutzen den Platz hier als erste kleine Rast. Dementsprechend voll war es an dem Tag auch und ich bin gleich weiter dem Weg gefolgt, der jetzt rechts entlang des Sulten führt. Nach kurzer Zeit kam auch schon die Steinlingalm in Sicht. Leider derzeit ja Coronabedingt geschlossen. Sonst wäre das ein wunderschönes Einkehrplätzchen. Ab der Steinlingalm wird es steiler und steiniger bis es in einen leichten Klettersteig übergeht. Gutes Schuhwerk sollte deshalb Voraussetzung sein und nein Ballerinas gehören hier nicht dazu. Der Weg zum Gipfel ist dann Drahtseilversichert. Leider war schon einiges los auf dem Gipfel, so dass ich nur kurz den Blick genossen habe und dann auf das kleine Plateau direkt unterhalb des Gipfels ausgewichen bin. Fast gleicher Blick und ein bisschen windgeschützt kann man hier die Sonne und die Aussicht genießen. Außer man muss ganz dringend aufs Klo, so wie ich. Das ist das blöde, wenn alle Hütten geschlossen haben.

Also hab ich mich nach meinem Sonnenbad auf den Abstiegsweg gemacht. Vom Gipfel führt erstmal der gleiche Weg zurück zur Steinlingalm. Hier hab ich mich dann links gehalten. Auf einem kleinen Weg durch die Wiese direkt unterhalb der Alm kommt man auf den Fahrtweg der Richtung Liftstüberl führt. Kurz vorm Liftstüberl zweigt rechts ein kleiner Weg ab, dem bin ich gefolgt um in einem schönen Bogen wieder zurück in den Wald zu kommen. Auf dem Weg zurück kommt man an schönen Picknickplätzen für Familien vorbei. Wer also mit Kindern unterwegs ist kann hier eine super Rast einlegen und die Sonne genießen. Den Gipfel der Kampenwand kann man hier einfach unterhalb der Steinlingalm umgehen und hat so trotzdem eine schöne Rundwanderung.

Das auf dem Parkplatz und den umliegenden Straßen definitiv noch mehr Autos platz hatten als ich am Anfang dachte, hab ich dann festgestellt, als ich wieder zurück war. Leider wurde auch wieder in Wiesen und an Straßen mit Halteschildern geparkt, die als Flucht- und Rettungswege gekennzeichnet waren. Hier muss man wohl in Zukunft auf jeden Fall noch Wege finden um dies zu verhindern.

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Kathmandu

Ich war jetzt schon zweimal in Kathmandu und beide Mal hat mich die Stadt fasziniert.

Kathamandu ist die Stadt der Gegensätze und für uns Europäer ist es eher unvorstellbar dort zu leben. Zumindest so zu leben, wie ein Teil der Nepalesen dort. Staubig, laut, dreckig und doch mit all den Tempeln und Stupas wunderschön.

Wie in jedem Land / jeder Stadt sieht man als Tourist nur einen Bruchteil. Die Touristengebiete, die Sehenswürdigkeiten, die schönen Straßen. Auf dem Weg aus und durch Kathmandu sieht man dann auch die andere Seite. Wellblechhütten, Müll der sich auf den Straßen stapelt, renovierungsbedürftige Häuser, ein gruseliges Stromnetz, …. Und auch immer noch die massiven Zerstörungen durch das Erdbeben von 2015.

Kommt man in Kathmandu an, ist man am Flughafen erstmal erschlagen ob der vielen Taxifahrer und Kofferschlepper. Direkt am Flughafen kann man, muss man sich aber noch kein Geld holen. Die Schlangen am Geldautomat sind ziemlich lange. Zumindest Taxifahrer nehmen auch ein paar Euroscheine an.

Thamel
Vom Flughafen aus geht es dann meist auf direktem Weg nach Thamel. Dem Touristenviertel von Kathmandu. Hier findet man alles mögliche und unmögliche was man für seine Trekkingtour noch braucht oder vergessen hat. Zwischen all den Outdoorläden findet man zahlreiche Souvenirgeschäfte, Kleidungsläden und Dekomaterial. Klangschalen, Räucherstäbchen, Tee und Gewürze in allen Ausführungen runden das Ganze ab. Durch die vielen Gassen und Abzweigungen kann man schnell mal den Überblick verlieren. Aber dann gibt es ja wieder ein Lokal, eine Bar oder ein Restaurant wo man Pause machen und leckeres Essen genießen kann, bevor man sich wieder in die Menge stürzt. Und bei der Auswahl an unterschiedlichen Restaurants ist für jeden etwas dabei (thailändisch, nepalesisch, mexikanisch, israelisch, rein vegan, ….)
Besonders schön ist Thamel zur Zeit des Festes Dashain. Dann ist ganz Thamel ein Lichter und Farbenmeer und die Kinder ziehen singend durch die Straßen. (Ende Oktober)

Durbar Square – Königsplatz
Fast direkt an Thamel schließt der Durbar Square an. Ein Platz voll mit Tempeln und dem Palast von Kathmandu. Leider wurden beim Erdbeben von 2015 große Teile zerstört und die Aufbauarbeiten laufen derzeit noch. Viele Tempel sind noch eingerüstet und auch der große weiße Palast ist nur zum Teil zu sehen. Trotzdem ist der Platz voll mit Leuten und betenden. Wenn man kann sucht man sich am besten eine ruhige Ecke und beobachtet einfach nur das Treiben und gibt sich der Stimmung am Platz hin.

Swayambhunath Tempel – Affentempel
Nicht fehlen sollte der Besuch beim sogenannten Affentempel im Westen von Kathmandu. Nach 300 Stufen wird man erstmal Luft schnappen müssen, aber das ganze lohnt sich auf jeden Fall. Nicht nur der wunderschöne Blick über ganz Kathmandu, sondern auch die kleinen Tempelchen rund um die Stupa sind was ganz besonderes. Leider lichtet sich nur ganz selten der Smog über Kathmandu, so dass die umliegenden Berge meist verdeckt sind.
Einmal um die Stupa sind Gebetsmühlen angebracht. Diese sollte man nur mit der rechten Hand drehen und dabei Wünsche und Gebete auf den Weg bringen.
Acht geben sollte man aber tatsächlich auf die vielen Affen. Am besten nichts essbares in der Hand oder der Tasche haben. So manche Handtasche wurde schon durch geschickte Affendiebe geklaut.
Der Tempel kostet Eintritt, das Geld wird aber für die Restaurierung verwendet.

Garden of Dreams
Wer einfach mal abschalten möchte, dem empfehle ich einen Besuch im Garden von Dreams. Dieser wundeschön angelegte Garten ist gut abgeschirmt durch dicke Mauern, so dass der Lärm der Straßen nicht eindringen kann.
Einfach eintreten und abschalten.

Boudhanath Stupa
Wie der Affeltempel gehört auch die Boudhanath Stupa zum Unesco-Weltkulturerbe. Die buddhistische Tempelanlage befindet sich im Osten von Kathmandu. Die Anreise mit dem Taxi ist deshalb zu empfehlen. Wie überall in Kathmandu muss man auch hier auf Grund des starken Verkehrs etwas Zeit einplanen.
Die großen Buddha-Augen blicken in alle vier Himmelsrichtungen in die Ferne und symbolisieren Erkenntnis. 
Am besten ist ein Besuch direkt am Morgen oder am Abend. Dann hat man die Möglichkeit viele Gläubige bei der Ausübung der religiösen Praktiken zu beobachten und die wunderschöne Beleuchtung der Stupa auf sich wirken lassen.
Obwohl der Stupa unmittelbar an einer Hauptstraße liegt, ist dieser Ort von einer Ruhe umgeben, die sich direkt auf einen selbst überträgt.

Weitere Tempel und Stupa
In ganz Kathmandu findet man noch weitere zahlreiche Tempel und Stupa. Shree Ghah Gumba: etwas schwierig zu finden, aber die riesige Gebetsmühle im inneren ist sehenswert
Seto Machhendranath: bei unserem Besuch war leider das Eingangstor noch stark beschädigt, aber die Schnitzerein im Inneren sind noch sehr gut erkennbar. Wie immer gilt auch hier, im Uhrzeigersinn gehen.

Was noch auf meiner Liste steht für den nächsten Besuch:

  • Bhaktapur
  • Patan City
  • alter Königspalast
  • Pashupatinath
  • schlafenden Vishnu

Es gibt also noch ein bisschen was zu sehen in Kathmandu. Um zumindest ein paar Sehenswürdigkeiten in Ruhe anschauen zu können, empfiehlt es sich 3 Tage einzuplanen.

Einmal Gokyo Ri und zurück

Also jetzt ist es eigentlich schon ein Jahr her, dass ich in Nepal war und irgendwie ist das Jahr super schnell vergangen und ich hab den Blog ganz schön vernachlässigt.

Deshalb kommt jetzt der eigentliche Höhepunkt der Wanderung. Also zumindest für meine beiden Mitgeher. Für mich zählt ja eher der Weg, die Landschaft und die Leute und ein Gipfel ist dann noch das Sahnehäubchen, aber wenn der Aufstieg aus welchen Grund auch immer, nicht geklappt hätte, wäre die Reise trotzdem wunderschön gewesen. Wie gesagt für mich, meine beiden Mitgeher haben mir dann hinterher gesagt, dass dann der ganze Trip nichts gewesen wäre. Das sind halt unterschiedliche Herangehensweisen an eine Trekkingtour.

Aber zurück nach Nepal.
Das Wetter war uns am Anfang nicht ganz so gut gesonnen. Der Plan war: wir stehen ganz früh auf, wandern im dunkeln nach oben und genießen den Sonnenaufgang über den Gipfeln. Ja, gut der Plan, Wetter schlecht. In der Nacht hat Schneefall eingesetzt. Unser Guide hat deshalb beschlossen, dass wir erstmal gemütlich frühstücken und schauen, wie das Wetter später wird. Und tatsächlich es hörte auf zu schneien und klarte sogar ein bisschen auf. Durch den Schneefall war es ziemlich rutschig auf dem Weg nach oben und mit jedem Höhenmeter mehr wurde die Luft dünner und wir langsamer. Leider hatte eine Mitgeherin auch ziemlichen Husten bekommen und wir mussten noch ein bisschen langsamer machen. Aber das langsame Tempo war ich ja schon von meiner ersten Trekking Tour über den Thorong La Pass gewohnt und wusste, dass es auch durchaus Sinn macht sehr langsam aufzusteigen. Die Geduld hatten die anderen beiden NOCH nicht 😉

In Serpentinen haben wir uns langsam nach oben geschlängelt. Der Weg war (von der Schneeglätte abgesehen) ganz angenehm zu gehen, keine größeren Stufen oder ausgesetzten Stellen. Die letzten Höhenmeter musste ich mich aber auch schon ganz schön quälen. Der Berg wollte einfach kein Ende nehmen.

Von oben hatte man dann aber eine herrliche Sicht auf die umliegenden Gipfeln. Nur der Mount Everest wollte sich an dem Tag nicht ganz zeigen. Wir haben die Sicht auf jeden Fall richtig genossen. Es ist einfach unbeschreiblich, diese riesigen Gipfel zu sehen. Von oben hatte man auch einen guten Blick auf den Gletscherbereich der hinter Gokyo verläuft, die verschiedenen Blau-töne, die dicke des Eises. Und von Minute zu Minute kam die Sonne mehr durch und der Schnee verschwand. Bis wir uns auf den Rückweg gemacht hatten, war er ganz verschwunden und wir konnten ohne Probleme und rutschen absteigen.

Am Abend waren wir alle etwas gelassener und lockerer. Die Ungewissheit ob man oben ankommen wird, ist dann doch größer als man sich selbst eingesteht. Vor allem ich „leide“ dann oft an Selbstzweifeln. Schaffst du das, was wenn nicht, was sagen die anderen, was macht dann die Gruppe… Das ist ein Punkt, an dem ich selbst noch etwas arbeiten werde.

Zurück ging es dann tatsächlich ganz schnell. Innerhalb von einem Tag waren wir wieder in Namche Bazaar angekommen. Ja die Rücketappe war ziemlich lang und anstrengend. Auch wenn es zum Großteil bergab ging, mussten wir doch noch einmal über den Moung La Pass. Kurz vor Namche hat es dann auch das Regnen angefangen. Also ich glaube, wir waren alle froh, als wir nach dem langen Tag in der Lodge angekommen sind, was warmes zum essen hatten und ins Bett fallen konnten. Am nächsten Tag hatten wir dann einen Restday. Schlendern durch Gassen, kurzer Aufstieg um noch einmal ins Tal blicken zu können, Kuchen genießen und ausruhen. Perfekt um gerüstet zu sein für die ebenfalls längere Etappe zurück nach Lukla. Noch einmal über die tollen Hängebrücken, vorbei an den ganzen Dörfern und Menschen und entgegen dem Strom der Wanderer auf den Weg nach Lukla oder ins Everest Basecamp. Dieses Mal hatten wir den zufriedenen, aber auch wehmütigen Blick des gerade erlebten und die uns entgegenkommenden den Blick der Vorfreude.

In Lukla haben wir dann alle gemeinsam noch einmal ein schönes Abendessen genossen, bevor wir uns von unseren Trägern und unserem Guide verabschieden mussten. Auf sie wartete schon die nächste Gruppe. Als Dankeschön von mir gab es, natürlich neben Trinkgeld, noch meine Unokarten. Das Spiel hatten sie ja während unserem Trek mit Begeisterung gespielt.

Mit den Flügen hatten wir tatsächlich super Glück. Wir konnten immer wie geplant fliegen und mussten nicht auf Grund schlechter Witterung am Flughafen ausharren. Wie der Hinflug verlief auch der Rückflug problemlos und wir hatten eine sanfte Landung. Mit dem Bus ging es dann zurück nach Kathmandu in unsere Hotels.

Wanderung auf den Spitzstein

Letztes Wochenende ging es mit einer Freundin auf den Spitzstein. (Tourenbeschreibung bei Outdooractive: https://www.outdooractive.com/de/route/bergtour/chiemsee-alpenland/von-sachrang-zum-spitzstein-nr.-06-bergsteigerdoerfer-schleching-/7434780/) Ein sehr schöner Aussichtsgipfel in den Chiemgauer Alpen. Eigentlich wäre die Wettervorhersage für Samstag besser gewesen, aber zeitlich ging es leider nur am Sonntag. Aber das mit dem Wetter ist ja eh so eine Sache. Am Donnerstag war für Sonntag noch Sonnenschein gemeldet, am Freitag dann komplett Regen, am Samstag dann erst ab 13.00 Uhr Regen und am Sonntag in der Früh beim letzten Wettercheck dann ab 16.00 Uhr.

Also Sachen eingepackt, gefrühstückt und ab zum vereinbarten Treffpunkt. Hm meine Mitwanderin hat dann gleich mal richtig verschlafen und kam eine halbe Stunde zu spät. Innerlich lief in mir schon der Film ab: so, jetzt werden wir im Stau stehen, dann kommen wir endlich an, der komplette Wanderparkplatz ist voll und aufm Weg zum Gipfel zertrampeln sie dich. Können wir nur Glück haben, dass sich viele, wegen dem nicht so guten Wetter, gar nicht erst auf den Weg machen.

Natürlich war ich dann erstmal genervt, ich hätte ja auch eine halbe Stunde länger schlafen können, aber ich kann auch nicht so wirklich sauer sein und der Gedanke ans wandern hat es eigentlich auch schon wieder wett gemacht. Außerdem hatte meine Freundin auch Kekse dabei 😉

Wir hatten übrigens keinen Stau, der Parkplatz in Sachrang war zwar schon etwas gefüllt, aber noch lange nicht voll und mit 2 € Parkgebühr für den ganzen Tag auch noch eher ein Schnäppchen unter den Wanderparkplätzen. In der Tourenbeschreibung stand: ziemlich verschlammter Weg, bei Feuchte nicht so schön zu gehen. Nachdem der Aufstieg laut Tourenbeschreibung über Wege führte und der Abstieg über Pfade haben wir die Tour umgedreht, lieber Schlamm am Anfang als am Schluss – dachten wir uns zumindest.

Verlaufen kann man sich zum Spitzstein eigentlich nicht. Immer schön der Beschilderung folgen. Von Anfang an hat man einen traumhaften Blick auf die umliegenden Berggipfel. Zu Beginn geht es mit einer recht angenehmen Steigung im Wald nach oben bis zum Waldrand. Zwischendurch war es tatsächlich schon ein bisschen matschig, aber noch angenehm zu gehen. Auch der folgende Wiesenhang war noch annehmbar und nicht allzu schlammig, dafür schon ein bisschen steiler. Am Spitzsteinhaus geht’s erstmal vorbei, das heben wir uns zur Einkehr beim Abstieg auf 😉

Nach dem Spitzsteinhaus wird der Weg steiniger, steiler und leider auch rutschiger. Die Felsen sind schon ziemlich abgetreten und wenn es nass ist, ist der Weg nicht sehr angenehm zu gehen. Zudem kann man leicht den Überblick verlieren, wenn man sich nur auf den Weg vor sich konzentriert und eine Kurve übersieht. Zwischendurch hab ich dann aber auch immer die Phase: Warum machst du das eigentlich immer? Aber die Aussicht lockt, also durchhalten. Und es lohnt sich für mein dafürhalten. Am Gipfel war doch ein bisschen was los, aber wir konnten noch ein Plätzchen zum Aussicht genießen finden. Allerdings kam dann auch schon der angekündigte Wind und es wurde frisch. Deshalb ging es relativ schnell wieder an den Abstieg zur Altkaseralm, die oberhalb des Spitzsteinhauses liegt. Da konnten wir nämlich draußen ein Plätzchen ergattern, dass windgeschützt war. Was auch angesichts des stärker werdenden Windes nicht verkehrt war.

Zurück ging es über die Mesner Alm und da auf dem Weg haben wir tatsächlich den Schlamm gefunden. Der Weg selbst war zum Teil gar nicht mehr zu benutzen. Ein Tough Mudder Race könnte man da ohne weiteres veranstalten 😉 Bei so was neige ich dann dazu innerlich vor mich hinzuschimpfen, gleichzeitig muss ich aber auch drüber lachen. Da wählt man extra die Runde andersrum um beim Abstieg nicht den Matsch zu haben und dann steckt man Knöcheltief im Schlamm. Ein Ausweichen auf die Wiesen ist übrigens nur minder zu empfehlen, weil man auch dort sehr schön einsinken kann. Erstaunlicherweise sind uns aber immer wieder Wanderer entgegengekommen, die super saubere Schuhe hatten. Da frag ich mich immer, wie sie das machen? Springen die einfach über alles hinweg, trampel ich so oder holen die nach jedem Meter ein Tuch raus und wischen ihre Schuhe sauber? Meine Schuhe brauchten auf jeden Fall eine Generalüberholung 😉 Kurz vorm Auto kam dann noch der angekündigte Regen dazu, aber da waren wir dann schon wieder auf festen Straßen unterwegs.

Und bei der Rückfahrt dachte ich dann wieder: Wie schön es doch immer wieder in den Bergen ist – wo geht denn die nächste Tour hin?

Gokyo – das Ziel rückt näher

In Macchermo konnten wir uns super erholen. Das tanken der Sonnenstrahlen hat uns allen gut getan und so waren wir fit für die Etappe nach Gokyo.

Immerhin waren wir jetzt schon auf 4.410 hm angelangt und bis zu unserem Ziel galt es noch 350 hm zu bewältigen. Ab 4.000 hm ist die Luft schon merklich dünn und man merkt jeden zusätzlichen Meter.

Von Macchermo aus ging es ein kleines Stückchen etwas steiler nach oben und dann entlang eines Tales mit gemächlicher Steigung immer näher an den Fluss heran. Wir passierten ein paar kleinere Dörfer in denen ein paar Rückkehrer von Gokyo ihr Frühstück einnahmen. Unterm Gehen kamen immer wieder Fragen in uns auf. Vor allem, wenn uns andere Trekker entgegengekommen sind. Ob wir auch so erleichtert und glücklich ausschauen werden? Ob das Wetter hält für den Gipfel? Was würde ich machen, fühlen, denken, wenn wir nicht auf den Gipfel könnten? Wie würde dann die Reise für mich insgesamt ausfallen? Für mich kann ich diese Frage ganz klar beantworten. Die Reise wäre trotzdem wundervoll gewesen. Auf diesem Weg habe ich gelernt, dass für mich der Weg zählt, die Landschaft, die Kultur und die Menschen. Nicht der Gipfel, nicht der Ausblick. Das sind schöne Extras die es on top gibt. Deshalb wären Touren, die lediglich aus Basecamps, Highcamps und Gipfel nichts für mich. Ja ich könnte sagen, ich war auf 6.600 hm oder höher, aber vom Land hab ich lediglich ein bisschen Weg, Zelte und Schnee gesehen.

Am Ende des Tales ging es dann einige Treppenstufen nach oben und es wurde auch merklich kühler. Der Himmel hatte sich zugezogen und es sah nach Schnee aus.
Oben angekommen zog sich der Weg ziemlich weit ins Tal hinein. Irgendwie konnten wir es alle nicht mehr so recht erwarten, bis Gokyo endlich in Sicht kommen würde. Und da war er dann, der erste der Gokyo Seen. Das Wasser hat eine unglaublich schöne Farbe. Trotz leichtem Regen ging es dann ein bisschen besser. Wussten wir ja, dass es jetzt nicht mehr weit sein kann.

In Gokyo ging es dann erst einmal direkt zur Lodge. Diese war ziemlich voll, da vom Pass eine größere Gruppe am Morgen angekommen gewesen ist und wir mussten uns ein bisschen aufteilen. Zur Aklimatisierung spazierten wir dann auf eine Anhöhe hinter Gokyo mit herrlichem Blick auf den dortigen Gletscher und dem kompletten See. Der Gletscher ist erst auf den zweiten Blick richtig ersichtlich, da er komplett mit Schnee und Geröll bedeckt ist.

Tag 6 – Macchermo

Eine warme Nudelsuppe zum Frühstück und schon ist man wieder startklar für die nächste Tagesetappe. Und die führt uns stetig bergauf nach Macchermo.

In der Früh hieß es dann Abschied nehmen vom kleinen Yak-Kälbchen, dass in der Nacht etwas Wärme am Haus gesucht hatte. Von unserer Aklimatisierungswanderung her kannten wir den ersten Teil unserer heutigen Etappe schon und wussten, dass es gleich zu Beginn wieder bergauf gehen wird. Allerdings führte die restliche Etappe gemächlich nach oben. Insgesamt ging es heute 320 hm nach oben und mit 3 km, war es auch eine sehr kurze Etappe.

In Macchermo haben wir dann ein ausgiebiges Sonnenbad genommen und uns aufgewärmt, bevor es zu einer weiteren Aklimatisierungstour mit wunderschönem Ausblick ging.

In Macchermo gab es eine Bäckerei und die Kuchen waren ein Traum. Perfekt um die abgewanderten Kalorien wieder drauf zu packen.